Erfolgreich auf Kunst- und Designmärkten ausstellen – Tips und Tricks

Erfolgreich auf Kunst- und Designmärkten ausstellen – Tips und Tricks

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Für Kunst- und Designmärkte und Basare ist die Weihnachtszeit die Hochsaison und viele von Euch stehen sicher wieder mit toller selbstgemachter Handwerkskunst auf dem einen oder anderen Markt. Hier habe ich Euch aus meiner Erfahrung eine kleine Anleitung mit Tips zusammengestellt, die Euch bei der Planung und Durchführung einer erfolgreichen Ausstellung auf einem Kunstmarkt unterstützen soll.


Welcher Markt darf’s denn sein?

Überlege, wo und wann Du Deine Zielgruppe für Deine Ware am besten treffen könntest. Das ist für mich der essentielle Punkt in der Vorbereitung. Zeitpunkt und Markt sollten zu Deinen Produkten passen. Für einige Produkte gibt es immer Abnehmer, egal auf welchem Markt man steht. Andere Produkte bedürfen einer genaueren Analyse. Es wäre schade, wenn all die Vorbereitungen mit einer Enttäuschung am Ende des Tages enden würden. Auch wenn alles super viel Spaß macht – der Zeit- und Kostenaufwand für einen Markt ist, insbesondere für Anfänger, nicht zu unterschätzen. Mögliche Überlegungen wären: wie viele Märkte / Freizeitangebote finden gleichzeitig oder in kurzen Abständen in der näheren Umgebung statt? Sind es zu viele, kann man u.U. mit weniger Besuchern rechnen, wenn meine Zielgruppe zwischen mehreren Freizeitangeboten wählen kann.  Welcher Kunst-, Designmarkt hat schon eine gewisse Anziehungskraft entwickelt? Wird dort nur Handwerkskunst angeboten oder ist es so eine Art „Gemischtwarenhandel“, wo auch für 2,– Handyhüllen in Plastikfolie zum Verkauf ausliegt. Das hört sich auf den ersten Blick „verlockend“ an, da man bei Billiganbietern mit mehr Besuchern rechnet. Der Haken: es wird schwierig, Handwerkskunst (die ja nun mal ihren qualitätsbegründeten Preis hat) dagegen anzubieten.

Tolle Design- und Kunstmärkte sind z.B. der Design-Gipfel, Zucker für die Seele und der Sunday up Market. Fragt auch ruhig im Freundes- oder Kollegenkreis oder Eure Standnachbarn, wo sie gerne hingehen. Auch ein Blick auf die Facebook- oder Webseiten Eurer Konkurrenz lohnt sich. Oft sind Einträge vorhanden und Bilder vom Stand gepostet.


First come – first serve: meldet  Euch zeitig an

Design-, Kunstmärkte wie z.B. der Design Gipfel und Zucker für die Seele möchten sich bei der Anmeldung schon ein Bild von Euren Produkten machen. Damit prüfen sie, ob Euer Angebot zu dem Charakter des Marktes passt. Also rechtzeitig anmelden, eine gute Kurzbeschreibung Eures Labels und Produktfotos mit Beschreibung (z.B. Link zu Eurem Shop) bereithalten. Toll ist es natürlich, wenn man auf eine eigene Webseite (Shop) verweisen kann.

Mit oder ohne – Übernachtung?

Prüft rechtzeitig, ob der Markt an einem Tag mit An- und Rückreise realisierbar ist. Wenn eine Übernachtung eingeplant werden muss / sollte, empfehle ich dies im Vorfeld zu buchen. Am Markttag selbst noch eine preiswerte Unterkunft zu suchen, wird echt stressig. Tripadvisor und AirBNB sind gute Quellen zum suchen, falls keine Freunde mit einer Couch und einem schönen Glas Rotwein abends auf Euch warten 😉


Eine magische  Anziehungskraft – Euer Marktstand Design

Jetzt ist Eure Kreativität gefragt. Plant für das Design Eures Marktstandes ausreichend Zeit ein, vor allem, wenn ihr das erste Mal auf einen Markt geht. Der Aufbau muss zu den gebuchten Metern und Standvorgaben der Veranstalter passen, soll natürlich Eurer Sparbuch schonen und super toll aussehen. Und ganz wichtig: alles muss einfach zu transportieren sein und das auch nicht unbedingt in einem teuren Laster. Mein letztes Standdesign habe ich in einen VW Up reinbekommen – davor musste ich mir jedoch ein größeres Auto leihen ;(

Tolle Anregungen für Marktstände habe ich Euch auf Pinterest zusammengestellt. Stichworte zum suchen sind: booth design, craft design, market stall design etc.


Von Höhen und Tiefen – Eye level is buy level (Augenhöhe ist Kaufhöhe)

Euer Standdesign ist fertig? Prima – nun geht es um die optimale Präsentation Eurer Produkte. Welche Stände ziehen Euch magisch an? Unsortiert, bunt durcheinander, schwer zu erkennen was dort verkauft wird? Oder ist alles farblich passend und harmonisch aufeinander abgestimmt und sogar dezent beleuchtet? Ist der Stand zu leer oder überfrachtet? Idealerweise zieht Euer Stand magisch zum anschauen an – Kunden erkennen sehr schnell ob sie Interesse an  Deiner Ware haben.

Was viele vergessen – ihr verkauft in erster Linie zunächst Euren Stand. Die Zeit die ihr dafür investiert lohnt sich auf jeden Fall. Fragt ruhig gute Freunde, sich den fertigen Stand bei der Generalprobe kritisch anzusehen. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und vier Augen sehen immer mehr 😉
Ganz wichtig: nutzt wie die Profis auch die Höhe, indem ihr mit kleinen Regalen oder Kisten arbeitet und platziert dort unbedingt einige wichtige Produkte.


Gestaltet ein Logo für Euren Stand

Ein Must-have. Damit verleiht ihr Eurem ganzen Stand eine professionelle Note. Die Spanne reicht von selbstgemacht (nähen, Wimpel bedrucken etc.) bis professionell gedruckt. Das geht auch schon zu günstigen Preisen bei Online Druckereien wie z.B. Viaprinto, die auch roll-ups oder Banner im Angebot haben.
Wer es wie ich gerne auf Holz gedruckt haben möchte kann sich gerne bei mir melden. Ich arbeite seit längerem mit Fotoexakt.de zusammen, die professionelle Bilddrucke erstellen.

Auch hier ist Pinterest eine ideale Fundgrube für Anregungen.


Bringt  Eure Produkte zum strahlen – Licht an.

Das hatte ich bei meinem ersten Stand total unterschätzt. Ich dachte, es ist ja eh hell genug in der Halle.
Und dann knipsten die anderen Stände um mich herum die Lichter an. Ihr glaubt nicht, wie sich ein Stand mit einer schönen Beleuchtung ins Positive verändert. Dazu braucht es z.B. nur ein paar einfache Lichtspots, z.B. von Ikea JANSJÖ, die knappe 10,– kostet… und schon wird Eure Ware stimmungsvoll in Szene gesetzt.

To do Liste und Checkliste – die stillen Helferlein

Das sind echte Must-Haves, um den Überblick nicht zu verlieren. Am Anfang steht ja noch endloooos viel Zeit zur Verfügung und plötzlich sind es nur noch 5 Minuten bis zur Abfahrt.
Kugelschreiber, Werkzeug für den Standaufbau, Handy Ladegerät, Mehrfachstecker, Pflaster, Kopfschmerztablette …. die Liste füllt sich schnell. Und natürlich möchte man auch nicht ein Produkt vergessen mitzunehmen oder die süßen Preisschilder für die man sich so viel Mühe gegeben hat.

Hier könnt ihr meine Checkliste als Muster downloaden.


Habt genügend Ware dabei

Hier kann Euch Eure bisherige Verkaufserfahrung, z.B. über Euren Onlineshop, ein guter Indikator sein, wieviel ihr von einem Artikel mitnehmen solltet. Kunden möchten gerne bei Euch am Stand einkaufen und nicht unbedingt eine Bestellung aufgeben. Wichtig ist z.B. einen Musterartikel zum anfassen auszulegen und einige in Verpackung zum mitnehmen daneben zu stellen.


Biete Produkte mit kleinen und großen Preise an– so findet jeder Besucher etwas bei Dir

Bei meinem Stand gibt es für jeden Geldbeutel etwas zu kaufen – Schmuckanhänger für 1,90 €, Schlüsselhänger für rund 8,– €, Stativkissen für 17,- € und Kameragurte für rund 33,– €. Auch hochwertige Fotoabzüge können als Kunstdruck bestellt werden. Von den Motiven biete ich auch kleine Abzüge oder Bilddateien an, die man z.B. als Bildschirmschoner nutzen kann. Ein Kunde kam einige Zeit später wieder und bestellte das Motiv dann als hochwertigen Kunstdruck auf Alu-Dibond, weil es ihm schon so gut als Bildschirmschoner gefiel.
Preisschilder – Deine Freunde für die Kontaktaufnahme

Die meisten Marktbesucher bummeln erst einmal herum und drehen Orientierungsrunden, um sich einen Überblick zu verschaffen. Freundlich betrachten sie Deine Angebote, während sie langsamen vorbei schlendern. Da hilft es ungemein, wenn sie gleich wissen, was Deine Produkte kosten ohne anhalten und fragen zu müssen. So wissen sie am Ende ihres Rundgangs sofort, wohin sie zurück wollen. Bedenkt auch, dass nicht jeder Lust hat Euch zu fragen oder dass manche davon ausgehen, dass Artikel ohne Preise viel Geld kosten.
Nutze die Kraft der kleinen Helferlein und zeichne Deine Artikel mit Preisschildchen aus. Perfekt wäre es, wenn diese hübsch aussehen und zu Deinem Stand Design passen 🙂
Pinterest hält da wieder super schöne Ideen und Vorlagen bereit.


Für Schnäppchenjäger – bietet Rabatte und / oder give aways an.

Ich glaube, wir sind alle geborene Schnäppchenjäger 🙂 …. und ich persönlich freue mich auch immer darüber, wenn ich mit einem kleinen Rabatt oder einem give away als Kunde überrascht werde.
Dafür stehen Euch einige Tools zur Verfügung:
Meine Geschenktüten biete ich z.B. als Staffelpreise an. 1 Tüte kostet 2,–, 3 Stück nur noch 5,–.
Damit schaffe ich einen schönen Anreiz, ein kleines bisschen mehr zu kaufen, als geplant. Wer bei mir etwas Höherwertiges kauft, wie z.B. einen Kameragurt, erhält ein give away dazu. Das kann ein Rabatt-Gutschein für den nächsten Einkauf im Online Shop sein, ein kleiner Fotoabzug oder zwei süße Geschenkanhänger für die Weihnachtsgeschenke.
Lasst Eure Phantasie spielen, womit ihr Euren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern könnt.

Vergesst auch nicht Euren Online Shop – ich habe schon Kunden gehabt, die am Stand nur geschaut und über den Shop anschließend eingekauft haben.
Dafür habe ich kleine Kärtchen mit einem Gutschein Code ausgegeben, so dass diese Kunden z.B. versandkostenfrei zu einem späteren Zeitpunkt einkaufen konnten.


Unbedingt einplanen: eine Generalprobe

Für meinen ersten Stand habe ich mir am Freitag einen Tag Urlaub genommen und das Wohnzimmer kurzerhand zur Messehalle erklärt. Das war Gold wert.

Auf dem Papier sah alles wunderbar aus – jetzt war die Realität dran. Mein gebuchter Stand war 3m x 1,50m groß und als ich die Fläche auf dem Teppich markiert hatte, wurde mir anders. Wie um Himmels Willen sollte ich all das, was jetzt hinter mir an Material lag, auf diese Winz-Fläche packen? Leichte Panik machte sich breit.

Doch nur so findest Du raus, wieviel Zeit Du für den Aufbau benötigst, ob Dir noch Sachen fehlen, ob alles so aussieht, wie Du es Dir vorstellst – und vor allem natürlich, ob Du die gebuchten Standmaße exakt einhalten kannst. Da kennen die Veranstalter keine Toleranzgrenzen. Den finalen Stand habe ich mir dann im Detail mit dem Handy abfotografiert, damit ich beim Aufbau nichts vergesse.

Wichtig: je eher Du Deinen Stand aufgebaut hast, bevor der offizielle Verkauf losgeht, je besser. Oft schauen sich die Teilnehmer selbst noch schnell um und kaufen vor dem run ein, doch auch die ersten Besucher sind auf einmal schnell da.

Noch ein kleines Helferlein: Visitenkarten

Visitenkarten sind bei vielen Online Druckereien mit Vorlagen ganz einfach zu gestalten und kosten nicht viel Geld. Denkt immer an Euer Corporate Design, damit Euer gesamtes Auftreten harmonisch und professionell aussieht. Auf meinen Kärtchen sieht man vorne das Logo und auf der Rückseite sind alle wichtigen Infos, wie meine Kontaktdaten, gedruckt.
Viele Kunden die etwas kaufen stecken sich gerne ein Kärtchen ein, aber auch die, die nur bummeln wollen, nehmen sich für später auch sehr gerne eins mit. Ich stelle neben meine Visitenkarten immer noch ein kleines Schälchen mit Bonbons in Papier zum mitnehmen. Dieses kleine give-away kommt immer positiv an.

Kleingeld & Kartenzahlung

Meine Standpreise passe ich immer etwas an, z.B. auf 7,50 €, um nicht unnötig zu viel Kleingeld mit 0,20 oder 0,10 mitnehmen zu müssen. Aber ein guter Vorrat an Wechselgeld in kleinen Scheinen und Münzgeld ist echt ratsam.

Kartenzahlung habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Das benötigt auch etwas Vorlaufzeit, da die Verleiher solcher Geräte natürlich erst einmal eine Bonitätsprüfung durchführen müssen. So gute 3-4 Wochen Bearbeitungszeit werden dafür veranschlagt. Zudem lohnt es sich m.E. eigentlich nur,  wenn man regelmäßig auf Märkte geht. Die Verleiher der Kartengeräte berechnen meist die Mietgebühr für einen Monat, auch wenn das Gerät nur 1-2 Tage benutzt wird. Meine super nette Standnachbarin von Si-Ne Schmuck bietet Kartenzahlung an und dies wird aus ihrer Erfahrung immer gut angenommen.
Wichtig ist, dass ihr die Kartenakzeptanz an Eurem Stand auch gut sichtbar darstellt. 


Habt Spass …

… an diesem Tag und sorgt für Euer Wohlbefinden. Ich für meinen Teil muss immer etwas zum trinken und knabbern neben mir stehen haben – viel reden gibt einen trockenen Hals. Und manchmal kommt man auch nicht weg, um sich etwas zu essen zu holen. Auch Süßes hebt meine Laune 🙂 und zwischen mir und meinen Standnachbarn findet immer ein munterer Schoki-Austausch statt. Auch ein kleiner Klappstuhl ist immer dabei und man glaubt nicht, wie gut einem 10 Minuten sitzen manchmal tun.


Lächeln öffnet Herzen

Und immer wieder lächeln, auch wenn Dein Tag nicht so klasse läuft, wie Du es Dir erhofft hast. Man kann auch aus schlechten Tagen etwas Profit schlagen, indem man nette Kontakte knüpft, Erfahrungen austauscht – und vielleicht kauft ein Kunde zu einem späteren Zeitpunkt über  Euren Online Shop ein, weil er Euer nettes Gespräch in Erinnerung hat. Das wäre doch eine schöne Überraschung, oder?


Erfahrungsaustausch und Marktvorschläge

Über Eure Erfahrungen und Marktvorschläge freue ich mich sehr in Kommentaren.
Sehr gerne lege ich dann eine Liste an, die allen von Euch ein Überblick über gute Kunst- und Designmärkte gibt.

So, nun wünsche Euch rund ums Jahr tolle Markttage, viele viele viele liebe Kunden und Verkäufe.

Herzliche Grüße
Sabine

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